Desinfektion statt Nestbau für den idealen Waschraum
CWS-boco Studie zum Hygieneverhalten in Europa

Glattbrugg
, 13.11.2017

Den meisten Besuchern öffentlicher Waschräume reichen die vorhandenen Hygienemassnahmen in den Sanitäranlagen nicht aus. Das bestätigt eine aktuelle Studie[1] zur Hygiene auf den öffentlichen Toiletten Europas. Für mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent)[2] sind öffentliche Waschräume kein Ort, an dem sie sich wohlfühlen. Besonders die Toiletten wurden als wunder Punkt identifiziert. Die Ergebnisse der Umfrage sind vor allem für Betreiber von Waschräumen quer durch alle Branchen wichtig. Sie zeigen das immense Bedürfnis nach mehr Sauberkeit. Betreiber, die das Unwohlsein ihrer Gäste nicht als Hygiene-Hysterie abtun, können hier schnell und einfach mit ihrem Service punkten.

Eintausend Teilnehmer wurden unter anderem dazu befragt, welche Hygienemassnahmen sie sich für öffentliche Waschräume am meisten wünschen würden. Zur Auswahl standen eine Desinfektionsmöglichkeit der Toilettenbrille, ein Duftspender, Ersatztoilettenpapier oder eine Box für Hygieneabfälle beziehungsweise ein Mülleimer.

Frauen verlangen die keimfreie Toilettenbrille

Als Hauptursache des Unwohlseins in öffentlichen Waschräumen gab sich die Toilette zu erkennen. Ganze 83 Prozent der Befragten vermissen sehr häufig bis häufig eine Möglichkeit zur Desinfektion der Toilettenbrille. Deutsche und Italiener sehen hier eine besonders hohe Priorität: In beiden Ländern war die desinfizierende Spezialreinigung nahezu allen Befragten (jeweils 91 Prozent) wichtig und sehr wichtig. Frauen und Männer fühlen sich gleichermassen mit einer desinfizierten Toilettenbrille weitaus wohler (über 80 Prozent).

Betreiber von Waschräumen sollten diese Erkenntnis ernst nehmen, denn der Besucher schliesst von der Hygiene im Waschraum auf andere Bereiche wie die Gastronomie. Einkaufszentren, Hotels und Restaurants, aber auch Flughäfen, Bahnhöfe und Raststätten können sich dem Wohlwollen ihrer Gäste sicher sein, wenn sie ihre Waschräume entsprechend ausstatten.

Hohe Besucherzahl fordert mehr Desinfektion

Der Wunsch nach einer Desinfektionsmöglichkeit der Toilettenbrille ist in allen Einrichtungen hoch, etwa in Kliniken und Pflegeeinrichtungen oder an Bahnhöfen, Flughäfen und Raststätten (alle nahezu 90 Prozent). Auch in Kaufhäusern ist den meisten Befragten die Desinfektion der WC-Brille wichtig bis sehr wichtig (79 Prozent). Für den Arbeitsplatz ist der Umfragewert von 70 Prozent vergleichsweise gering. Mit zunehmendem Alter der Befragten steigt der Wunsch nach Desinfektionsmöglichkeiten in allen genannten Einrichtungen.

Ein teures Nest für die Toilettenbrille

Nur ein Viertel aller Umfrageteilnehmer hat kein Problem damit, sich auf eine Toilettenbrille im öffentlichen Raum zu setzen. Hingegen setzen sich 36 Prozent der Befragten niemals hin. Betrachtet man die Geschlechterunterschiede, so fällt auf, dass sich Frauen im Vergleich zu Männern generell eher nicht setzen.

Für viele der Befragten ist das Hinsetzen auf unhygienisch wirkende Toilettensitze unangenehm. Daher ist es für fast jeden Zweiten (48 Prozent) der Befragten selbstverständlich, WC-Sitze mit Toilettenpapier auszulegen. Der so erhöhte Papierverbrauch schadet nicht nur der Umwelt, sondern bedeutet auch mehr Arbeit für das Reinigungspersonal. Es muss die Spender häufiger befüllen und heruntergefallenes Papier entsorgen. So steigen für den Betreiber Personal- und Materialkosten.

Hygiene-Experte mahnt zu Umsicht

Professor Klaus-Dieter Zastrow, Leiter des Instituts für Hygiene der Regiomed-Kliniken Coburg, nimmt die Sorgen vor einer Ansteckung ernst. Er warnt vor dem übermässigen Gebrauch von Desinfektionsmitteln: «Vom Toilettensitz geht in der Regel keine Gefahr aus. Wer nach der Benutzung seine Hände gründlich einseift, wäscht und trocknet, hat ausreichend Gesundheitsschutz geleistet! Natürlich sollten die Betreiber von Waschräumen ihre Anlagen trotzdem pflegen. Denn ein unsauberer Waschraum nimmt Menschen ein Stück Würde. Die Toilette ist ein Rückzugsort und sollte entsprechend einladend wirken.»

Doch die Angst vor Keimen ist trotz aller Aufklärung gross: Ein Grossteil der Befragten gab an, sich auf öffentlichen Toiletten vor Keimen zu fürchten. Insgesamt sorgten sich 68 Prozent der Umfrageteilnehmer vor potenziell vorhandenen Keimen. Frauen sorgen sich hier generell mehr als Männer (72 Prozent zu 63 Prozent).

Fazit

  • Ob jung oder alt, ob männlich oder weiblich: WC-Besucher wünschen sich mehr Hygiene in öffentlichen Sanitäranlagen.
  • Vor allem unhygienische WC-Sitze schrecken die Nutzer. Hier greift die Mehrheit zu Toilettenpapier, um eine Berührung mit dem Sitz zu vermeiden.
  • Betreiber sollten in die Pflege und professionelle Ausstattung ihrer Waschräume investieren, da die Besucher Rückschlüsse von den Sanitäranlagen auf die gesamte Einrichtung ziehen.

Hinweis für die Redaktion

Am 19. November findet der World Toilet Day statt. Er macht jedes Jahr auf die Bedeutung einer guten Toilettenhygiene aufmerksam: in den ärmsten Regionen der Erde, aber auch hier bei uns.

 

[1] Das Marktforschungsinstitut net-request befragte im Januar 2017 im Auftrag der Unternehmensgruppe CWS-boco 1.000 Personen in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Schweiz, Italien, Belgien und die Niederlande) zu ihrem Nutzungsverhalten und ihrem Hygieneempfinden in öffentlichen Waschräumen. Die Umfrage wurde repräsentativ nach Alter (16-65 Jahre) und Geschlecht durchgeführt.

[2] https://www.cws-boco.com/de-DE/die-waschraume-europas-keine-hygiene-fur-das-volk

Pressekontakt

Arthur Lenart
Arthur Lenart
CWS-boco Suisse SA
Manager Unternehmenskommunikation
Industriestrasse 20
CH-8152 Glattbrugg

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